Kein Mensch ist so klug niemals Fehler zu machen - man macht diese Fehler und hinterher merkt man dass es eine große Dummheit war. Fazit: Die gemachte Dummheit macht man nie wieder, deshalb wird man dadurch klüger.
Gerne lese ich alle Beiträge.
LG Helga
wortmeldung - 12. Jun, 14:20
Leider nicht immer oder zu spät
Leider begeht manch ein Mensch auch ganz schwerwiegende Fehler, ohne sie zu bemerken. Und das in Folge und immer wieder dieselben. Er fühlt sich sogar auf der richtigen Seite. Selbst dann, wenn sein Fehlverhalten erste gesundheitliche Auswirkungen oder sogar bereits schwerwiegendere Folgen hervorruft, sieht und erkennt er die Zusammenhänge nicht. Wenn er seine Fehler erst so spät erkennt, ist es für ihn sehr, sehr schwer, aus ihnen zu lernen. Erstens, weil er gesundheitlich angeschlagen und nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, und zweitens, weil es bedeutet, dass er einen Teil seines bisherigen, zum Teil lebenslang eingeübten aber krankmachenden Denkens und Verhaltens ändern müsste.
Schon das Erkennen und Sich-Eingestehen seines Fehlers inklusive dessen Entstehungsgeschichte kann für ihn so schmerzhaft sein, dass seine Neigung übergroß wird, zu beharren und keine Veränderung zu wagen. Dann ist er im Teufelskreis gefangen und sieht manchmal keinen Ausweg mehr.
Gruß + tschüß
eszet - 12. Jun, 19:51
Du schreibst
... mir (einmal mehr) aus der Seele!
Bescheidene Zugabe:
"Veränderung geschieht,
wenn wir mit dem in Kontakt kommen, was wir sind,
und nicht,
wenn wir versuchen, etwas nicht zu sein, was wir sind
oder etwas zu sein, was wir nicht sind."
(Fritz Perls)
wortmeldung - 12. Jun, 23:29
Stimmt!
Genau das ist es, was der Pater dem Andri hat sagen wollen.
die als Sinnbild für eine besondere Lebenssituation steht?
Oft ist, was als "Furcht vor Veränderung" gedeutet wird, nur die Unfähigkeit Lösungswege zu generieren bzw. zwischen verschiedenen Entwürfen eine Wahl zu treffen ....
Ich habe auch schon Fälle erlebt, in denen überhaupt kein Denken mehr stattfand - wo die absolute Leere der Auslöser für den Stillstand war .... in solchen Fällen ist es dann oft eine Abwärtsspirale: Keinen 'input' zu haben reduziert den 'output' - immer weniger 'output' reduziert die sozialen / interpersonalen Kontakte und das wiederum reduziert weiter den 'input' ....
(Das soll bitte nicht als Wertung einer Person verstanden werden - es ist vielmehr eine allgemeine Überlegung!)
eszet - 13. Jun, 12:17
Nunja, vielleicht besteht aber gerade diese von dir beschriebene Unfähigkeit aufgrund von Ängsten... ?
[Frage nach Ursache oder Symptom, Henne oder Ei]
Auch eine von dir beschriebene Leere/ "Input"-Reduktion (unschönes, mir zu mechanisches Wort!) mit folgendem Teufelskreis ist mir durchaus bekannt.
Manchmal kann ein solcher Teufelskreis aber auch aufgrund von zu viel und nicht mangels "Input" ausgelöst werden...
P.S.
Was bezeichnest du als Konstruktion? Beziehst du dich hier auf das Foto, auf das Zitat Perls oder worauf?
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*edit* 15-6-08 für wvs: link zu "input" gesetzt :-)
wortmeldung - 13. Jun, 15:24
Hallo WVS,
nett, mal wieder von Dir zu hören (außerhalb von relatief). Und das zu solch nachtschlafender Stunde. Ich war zu der Zeit auch noch nachtaktiv.
Kein Sinnbild, sondern eher ein Abbild, eine Beschreibung einer in der Tat besonderen Lebenssituation.
Die Depression ist eine sonderbare (Selbst-)Konstruktion des Menschen, eine Strategie zwecks Vermeidung psychischer Schmerzen. Leider endet sie in einer vom Betroffenen oft nicht mehr selbst steuerbaren Lebensverweigerungshaltung, die sich in fehlender Willenskraft, undurchdringbarer körperlicher Müdigkeit und individuell unterschiedlichen weiteren lebenslähmenden Symptomen manifestiert.
Da fehlen individuellen Entscheidungen schnell die Freiheitsgrade, da der Situation mit dem Kopf /Verstand/logischen Willen allein nicht beizukommen ist. Es helfen auch kein Zusammenreißen (zum Teil eher hinderlich) und keine noch so gut gemeinten Ratschläge mehr.
Das ist Außenstehenden schwer verständlich zu machen. Genauso schwer ist es für den Depressiven selbst, die Zusammenhänge und seine Krankheit insgesamt zu realisieren und zu begreifen. Aus der Depression wieder herauszufinden, erfordert oft Hilfestellung, übermenschliche Anstrengungen und/oder ein kleines Wunder.
Mit 'Konstruktion' meinte ich diese sonderbar geschwungene-verschlungene Barriere in der Abbildung ....
Biologisch gesehen - und weil ich Biologe bin spreche ich halt' so - heißt das was an Informationen in uns/andere Lebewesen reinkommt eben 'input' und das was rausgeht 'output' - das ist deswegen so, weil damit keine Lebensform diskriminiert wird: Den Biologen ist der Wurm genauso nah wie ein Mensch - Informationstechnisch betrachtet ....
Ja, es war in den letzten Wochen Einiges los bei uns: Ferien, Krankenhaus, Garten, Sterbefall, Handwerker um uns herum - um nur einige zu nennen .... da hab' ich nur ein paar Gedanken bei mir untergebracht und sonst kaum Kommentare abgegeben ....
Danke auch für die Definition - es ist immer hilfreich zu lesen was genau meine Gegenüber unter einer bestimmten Sache verstehen - ich bin mir bewußt, daß 'zusammenreissen' und 'Kopf hoch!' eher kontraproduktiv sind .... ich weiß auch, daß bei den Medikamenten zur Lösung der Depression der Antrieb nach der Stimmungsaufhellung kommen muß weil sonst Suizidgefahr besteht .... bei den Trizyklika ist ja in dieser Hinsicht eine gezielte Therapie möglich ....
Wenn ich nicht falsch informiert bin muß allerdings neben einer medikamentösen Therapie - die den Patienten für die Umwelt "öffnet" - immer eine Gesprächstherapie erfolgen ....
wortmeldung - 15. Jun, 13:14
@ ß - herzhaft gelacht
hab ich! Dein Link ist einfach genial und passt wie die Faust aufs Auge.
Auch der von WVS ins Spiel gebrachte Wurm ist bildtechnisch als Input verarbeitet, einfach köstlich.
Ich bin da 'außen vor', das behagt mir nicht - weil ich nicht weiss, wo ich "ß" (eszet) suchen soll .... der Link zu ihm/ihr (?) in den Beiträgen ist 'tot' ....
wortmeldung - 16. Jun, 09:51
@ WVS - Unbehagen und Rückzug
sind die ersten Anzeichen! Du solltest die Unsicherheit 'zulassen' und Dich ihr gegenüber 'öffnen'. Sie gehört zum Leben. Nur dann wirst Du auch die Freuden desselben ungebremst erleben können. Jede noch so kleine Mauer gegen die Unsicherheit/Angst versperrt leider auch immer ein Stück den Blick auf das Positive.
So, lieber WVS, sprechen die Therapeuten und die Fachliteratur.
Aber im Ernst. 'ß' kann eine Menge Freude bereiten. Das musst Du zugeben. Ihr pickendes und eierlegendes Huhn war sehr passend und lustig.
'ß' ist weiblich und im Internet durchaus vertreten. Vielleicht wird sie sich Dir gegenüber 'outputten'.
Schöne Woche
eszet - 16. Jun, 09:51
@ wvs
aber, nein, du bist nicht außen vor, ganz sicher nicht!
den link, auf den sich wortmeldung hier bezieht, habe ich in meinen beitrag vom 13. Jun, 12:17 "nunja, vielleicht..." usw. nachträglich ergänzt, wenn du mit deiner maus über das wort "input" fährst, müsstest du folgenden link öffnen können.. nicht?
gruß, eszet
p.s. ansonsten hast du völlig recht mit "tot"... man kann mich zurzeit nicht finden, sorry
eszet - 16. Jun, 09:57
guten morgen
wortmeldung, grüß dich. hast du gesehen, wir haben unsere beiträge zeitgleich verfasst, das bringt mich mehr als nur zum schmunzeln :-)
einen schönen tag dir, eszet
p.s. auf die neuen beiträge werde ich sicher noch eingehen, muss es aber gerad mal "sacken" lassen...
wortmeldung - 16. Jun, 10:12
Hi ß,
schaue mal in Deinen Maileingang. Hab mich geoutputtet. Denke, es war an der Zeit!
Danke für eure Informationen - und "Ja" ich freue mich darüber .... "Ausgeschlossen" war nicht wörtlich sondern natürlich im übertragenen Sinn gemeint, ich war einfach neugierig und habe es überspitzt formuliert ....
Ich sehe aber, hier muß ich mich deutlich und unzweideutig ausdrücken, sonst folgt wieder ein 'cartoon' - Ja, ich habe ihn mir angesehen und herzlich darüber gelacht ....
elsa_fin - 13. Jun, 15:43
Schön.
:)
wortmeldung - 13. Jun, 15:53
Danke ELSA,
was meinst du konkret?
eszet - 13. Jun, 16:17
Danke
dir für die definitorische WORTMELDUNG zur Depression. ;-)
wortmeldung - 13. Jun, 16:50
Grüß Dich ß!
War mir ein Bedürfnis!
elsa_fin - 14. Jun, 00:03
Schön,
dass du Dinge fotografierend so fest halten kannst, überhaupt siehst.
schön,
dass ich beim Betrachten des Bildes einen Moment still stand,
aber aus Dummheit wird man klug
Gerne lese ich alle Beiträge.
LG Helga
Leider nicht immer oder zu spät
Schon das Erkennen und Sich-Eingestehen seines Fehlers inklusive dessen Entstehungsgeschichte kann für ihn so schmerzhaft sein, dass seine Neigung übergroß wird, zu beharren und keine Veränderung zu wagen. Dann ist er im Teufelskreis gefangen und sieht manchmal keinen Ausweg mehr.
Gruß + tschüß